Küchenabdichtung für Großküchen

Unter dem Estrich entscheidet sich, ob der Boden dicht bleibt. Dämmung, Abdichtung, Estrich und Belag – aus einer Hand, im Raum Heilbronn, Ludwigsburg und Hohenlohe.

Fliesen allein sind keine Abdichtung

Warum abgedichtet wird

Ein Mitarbeiter der Yilmaz Estrich GmbH legt eine Plane auf dem Fußboden aus zur Feuchtigkeitsisolierung.

Üblich ist in Küchen ein Nutzbelag aus Fliesen oder Steinzeug, der das Wasser zugleich ableiten und abdichten soll. Die Regelwerke stufen das als Abdichtung jedoch nicht als ausreichend ein – und die Praxis gibt ihnen recht. Der Boden einer Großküche wird hart genutzt: Speziell bei Beschädigungen der Bodenfläche sowie im Bereich von Wartungsfugen und Durchdringungen ist damit zu rechnen, dass Wasser in die Schichten darunter gelangt.

Und das ist kein sauberes Wasser. Es ist mit Fetten, Ölen und Reinigungsmitteln beaufschlagt und greift alles an, was darunter liegt – zuerst die Dämmung. Deshalb gehört unterhalb des Nutzbelages eine zusätzliche Abdichtung.

Nach DIN 18534-1:2017-07 ist Küchenböden die höchste Wasserbeanspruchungsklasse W3-I zugeordnet – sehr häufige und lang anhaltende Einwirkung von Wasser. Sie sind entsprechend abzudichten. Das ist keine Empfehlung, sondern der Stand der Technik – bei Neubau wie bei Sanierung.

Was unter Ihren Fliesen liegt

Der Aufbau

Schicht 1 von 8

Fliesen mit Verbundabdichtung

Der Nutzbelag aus Fliesen oder Steinzeug, darunter eine Verbundabdichtung der Klasse W3-I. Sie ist die erste Barriere – aber nicht die letzte. Sobald sie beschädigt ist, muss darunter etwas kommen, das hält.

Schicht 2 von 8

Zementestrich

Trägt die Last aus Verkehr und Einrichtung und bildet das Gefälle zu den Abläufen aus. Diesen Teil bauen wir selbst ein – Estrich ist unser Kerngeschäft.

Schicht 3 von 8

PE-Folie, 0,2 mm

Trennt den frischen Estrich von der Lage darunter, damit er sich beim Trocknen frei bewegen kann und nicht am Schutzvlies festwächst.

Schicht 4 von 8

Geotextil, 300 g/m²

Schutzlage von mindestens 2,0 mm, alkalibeständig. Sie hält den mineralischen Estrich von der Dichtungsbahn fern und schützt sie beim Einbau vor mechanischer Beschädigung.

Schicht 5 von 8

Dichtungsbahn aus FPO – die Abdichtungsebene

Das ist die Schicht, um die es hier geht: eine Kunststoff-Dichtungsbahn, lose verlegt unter Anordnung normenkonformer Schutzlagen. Sie ist beständig gegen tierische Fette, pflanzliche Öle und industrielle Reinigungsmittel in den Konzentrationen, die in Küchen typischerweise anzutreffen sind.

Wir setzen auf Polyfin®-Bahnen: kein PVC, keine Weichmacher, halogenfrei. Das Umweltbundesamt rät, im Innenraum weitgehend auf mit Weichmachern versetzte Kunststoffe zu verzichten, vor allem auf Weich-PVC – in Bereichen, in denen Lebensmittel verarbeitet werden, wiegt das schwerer als anderswo. Verlegt wird die Bahn von unserem Partner Arodal.

Schicht 6 von 8

Trittschall- und Wärmedämmung

Liegt unter der Abdichtung – und ist dadurch vor Ölen, Fetten und Reinigungsmitteln geschützt. Genau das ist das Argument für diese Anordnung: Ausschließlich bei einer Abdichtung oberhalb der Dämmung ist der Dämmstoff ausreichend vor chemischem Angriff geschützt. Dämmaufbau und Dampfsperre machen wir.

Schicht 7 von 8

Dampfsperre mit Schutzlage

Kommt dazu, wenn die Bauphysik es verlangt – etwa über unbeheizten Räumen. Ist sie vorhanden, gehört zwischen sie und die Rohdecke eine Schutzlage aus 300 g/m² Vlies.

Schicht 8 von 8

Stahlbetondecke, oberseitig gespachtelt

Der Untergrund. Wir prüfen ihn vorab auf Ebenheit, Feuchte und Festigkeit – die Spachtelung sorgt dafür, dass die Bahn auf einer sauberen Fläche liegt und nicht auf Graten aufsitzt.

Schematischer Aufbau nach DIN 18534, nicht maßstäblich. Welche Schichten Ihr Boden wirklich braucht, ergibt sich aus Nutzung, Untergrund und Bauphysik – das planen wir vor dem ersten Handgriff gemeinsam mit Ihnen.

Womit ein Küchenboden täglich fertig wird

Die Beanspruchung

Chemisch

Brauchwasser, Frucht-, Fett- und Milchsäuren, Reinigungsmittel, Laugen, Alkohole. Genau die Konzentrationen, die in Gewerbe- und Industrieküchen typischerweise auftreten – und gegen die die Dichtungsbahn beständig sein muss.

Mechanisch

Laufrollen, Hubwagen, Reinigungsmaschinen, Laufspuren. Ein Küchenboden wird nicht geschont, er wird befahren – jeden Tag, oft mit Last.

Thermisch

Heißes Wasser, täglich. Was den Boden abspült, belastet ihn zugleich – und findet jede Schwachstelle im Aufbau.

Dieselbe Anforderung gilt nicht nur für Küchen: Auch Wäschereien, Brauereien, Schlachtereien und Metzgereien sowie Produktionsbereiche zählen nach DIN 18534-1 zu den Flächen mit spezifischen Anforderungen. Sie werden unter der Estrichebene üblicherweise mit einer einlagigen, beständigen Kunststoffbahn abgedichtet, die Wandanschlüsse mit Flüssigkunststoff und Trägereinlage – zur direkten Fliesenverlegung geeignet.

Ein Ansprechpartner statt drei Gewerke

Alles aus einer Hand

Eine Schnittstelle weniger

Dämmung, Abdichtung, Estrich und Oberbelag laufen über uns. Sie beauftragen und besprechen alles an einer Stelle, statt drei Gewerke zu takten, die aufeinander warten.

Aufbau nach DIN 18534

Wir planen den Schichtenaufbau für die Wasserbeanspruchungsklasse W3-I, bevor gebaut wird – und dokumentieren, was tatsächlich eingebaut wurde.

Ohne PVC, ohne Weichmacher

Die verlegten Polyfin®-Bahnen sind PVC-, weichmacher- und halogenfrei und seit vielen Jahren in genau diesen Anwendungen bewährt.

Die Dämmung bleibt geschützt

Weil die Bahn oberhalb der Trittschall- und Wärmedämmung liegt, kommen Öle, Fette und Reinigungsmittel gar nicht erst an den Dämmstoff heran.

Wir kennen den Untergrund

Estrich ist unser Kerngeschäft – Feuchte, Festigkeit, Aufbauhöhe und Gefälle zu den Abläufen prüfen wir vor dem ersten Handgriff, nicht wenn die Bahn schon liegt.

Termine, die zum Betrieb passen

Eine Küche, die stillsteht, kostet Geld. Wir stimmen den Ablauf auf Ihren Betrieb ab und arbeiten auf Wunsch mit Schnellestrich oder Bautrocknung, wenn der Termin drückt.

Vier Schritte, ein Verantwortlicher

Ablauf

So läuft ein Küchenprojekt bei uns. Wie lange das dauert, hängt von Fläche, Untergrund und der Zahl der Durchdringungen ab – das sagen wir Ihnen nach dem Aufmaß.

Beratung und Planung

Wir schauen uns die Küche vor Ort an: Untergrund, Aufbauhöhe, Abläufe, Anschlüsse. Daraus planen wir den Schichtenaufbau nach DIN 18534 – bevor jemand anfängt zu bauen. Durchdringungen werden vermieden, wo es geht, und sauber eingebunden, wo es nicht geht.

Dämmaufbau – von uns

Wir bereiten die Rohdecke vor, spachteln sie oberseitig ab und bauen Dämmung sowie, wenn die Bauphysik es verlangt, die Dampfsperre mit Schutzlage ein.

Abdichtung – von Arodal

Unser Partner Arodal Bausysteme verlegt die FPO-Dichtungsbahn lose unter Anordnung normenkonformer Schutzlagen und bindet Gullys, Rinnen und Wandanschlüsse mit Flüssigkunststoff ein. Wir koordinieren das – Sie müssen niemanden zusätzlich beauftragen.

Estrich und Oberbelag – von uns

Geotextil, PE-Folie und Zementestrich mit Gefälle zu den Abläufen, danach der Oberbelag: Fliesen mit Verbundabdichtung oder Beschichtung. Am Ende übergeben wir eine fertige Küche, keinen Rohbau.

Häufige Fragen zur Küchenabdichtung

Gut zu wissen

Reicht die Verbundabdichtung unter den Fliesen nicht aus?

In einer gewerblichen Küche nicht. Die Fliesenverbundabdichtung ist eine erste Barriere, aber die Regelwerke stufen sie allein als nicht ausreichend ein. Der Boden wird intensiv genutzt: Bei Beschädigungen der Bodenfläche sowie an Wartungsfugen und Durchdringungen ist durchaus damit zu rechnen, dass Wasser in die Schichten darunter gelangt – und zwar Wasser, das mit Fetten, Ölen und Reinigungsmitteln beaufschlagt ist. Deshalb ist unterhalb des Nutzbelages eine zusätzliche Abdichtung erforderlich.

Was bedeutet Wasserbeanspruchungsklasse W3-I?

W3-I ist die höchste Wasserbeanspruchungsklasse für Innenräume nach DIN 18534-1:2017-07, und Küchenböden sind ihr zugeordnet. Praktisch heißt das: sehr häufige und lang anhaltende Einwirkung von Wasser – nicht Spritzwasser am Waschbecken, sondern täglich abgespritzte Flächen.

Muss auch beim Umbau einer bestehenden Küche abgedichtet werden?

Sobald der Bodenaufbau erneuert wird, ist der aktuelle Stand der Technik der Maßstab – und damit die DIN 18534. Was das für Ihren Bestand konkret heißt, hängt am Umfang des Eingriffs und lässt sich nicht pauschal sagen. Wir schauen uns den Aufbau vorher vor Ort an und sagen Ihnen ehrlich, was nötig ist und was nicht.

Können Bodenabläufe, Gullys und Rinnen eingebunden werden?

Ja, und das ist der Regelfall. Durchdringungen der Abdichtung sollen zwar vermieden werden, die Bausituation lässt das aber selten vollständig zu – Entwässerungselemente sind praktisch immer erforderlich. Dafür gibt es eigens konzipierte Elemente aus Edelstahl oder Aluminium, die mit Flüssigkunststoff in die Abdichtung eingebunden werden. Bei zwei Entwässerungsebenen kommen Los-/Festflanschgullys mit Aufstockelement zum Einsatz.

Wer führt die Abdichtung aus?

Den Dämmaufbau, den Estrich und den Oberbelag machen wir. Die Abdichtung führt unser Partner Arodal Bausysteme aus Backnang aus – ein Fachbetrieb, mit dem wir seit Jahren zusammenarbeiten. Für Sie ändert das wenig: Sie haben einen Ansprechpartner und einen abgestimmten Terminplan, statt drei Gewerke selbst takten zu müssen. Wie wir das vertraglich abbilden, besprechen wir beim Aufmaß.

Wie lange dauert der Aufbau?

Das hängt an Fläche, Untergrund und der Zahl der Durchdringungen – eine belastbare Aussage bekommen Sie nach dem Aufmaß. Was Sie fest einplanen müssen, ist die Trocknungszeit des Estrichs vor dem Belag. Wenn der Termin drückt, können wir mit Schnellestrich oder Bautrocknung arbeiten; auch das besprechen wir vorher, nicht hinterher.

In welchem Gebiet arbeiten Sie?

Im Raum Heilbronn, Ludwigsburg und Hohenlohe – und für Gewerbeprojekte auch darüber hinaus. Rufen Sie an, dann klären wir das in zwei Minuten.